Diese Ameisenpflanze gehört zu der wenig bekannten Gattung Myrmephytum. Sie unterscheidet sich von den bekannteren Myrmecodia durch die Anordnung und den Aufbau der Blüten und Blütenstände und fällt besonders durch ihre großen, blauen Blüten auf.
Diese Pflanze stammt aus der Nähe von Nabire, im indonesischen Regierungsbezirk Papua Tengah auf Neuguinea.
Bei Myrmephytum ‚longissimum‘ handelt es sich um ein sog. ‚Nomen Nudum‘, übersetzt „nackter Name“. Das heißt, dass diese Pflanze zwar einen botanischen Namen hat, aber es keine wissenschaftliche Beschreibung der Art gibt. Eine Pflanze mit ähnlichen Blättern, aber ohne dass der Caudex oder die Blüten bekannt waren, wurde als „Myrmedoma longissima“ auf einem Herbarbeleg vermerkt, aber die Identität dieser Pflanze wurde nie eindeutig geklärt und sie wurde auch nie als Art beschrieben. Mit einer Revision wurde die Gattung Myrmedoma in Myrmephytum integriert, woraus sich dann die neue Kombination „Myrmephytum longissimum“ ergibt. Dabei handelt es sich aber eben nicht um eine beschriebene Art! In der Revision der Gattung von Huxely & Jebb (1991) wird sie deshalb als „Myrmephytum species 1″ bezeichnet. Da sie aber inzwischen eher unter M. longissimum bekannt ist, bieten wir sie auch unter diesem (nackten) Namen an.
Der Caudex ist länglich, mit bedornten „Leisten“ und die Pflanze hängt in der Natur meist „kopfüber“ an großen Bäumen im Tieflandregenwald. Die Oberfläche ist von zahlreichen kleinen Löchern übersät.
Besonders auffällig sind bei dieser Art die langen, hängenden Blätter. Diese werden bis ca. 45 cm lang und etwa 3 bis 4 cm breit. Die Blüten gehören zu den schönsten und größten der Gattung. Sie sind blau, etwa 5 cm groß und nur wenige Tage geöffnet. Nach kurzer Zeit bilden sich aus den Blüten langgestreckte, orange Früchte.
Myrmephytum wachsen bei guter Düngung überraschend schnell. Diese bizarre, hängende Art ist ein Highlight in jedem größeren Terrarium oder in einem Growtent.
Über Ameisenpflanzen
Myrmephytum sind sogenannte „Ameisenpflanzen“ aus der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae). Sie sind von Südostasien bis Australien und von Papua bis zu den Solomonen weit verbreitet und wachsen meist epiphytisch auf Bäumen. Sie gehören dabei zu den myrmecodomen Ameisenpflanzen, das heißt sie bieten Ameisen ein Nest an. Ihr verdickter Stamm, auch als „Caudex“ bezeichnet, ist von zahlreichen Gängen und Kammern durchzogen, in denen spezialisierte Ameisen wohnen, meist aus der Gattung Philidris. Die Ameisen legen dabei weder die Kammern, noch die Eingänge selbst an. Diese werden allein von der Pflanze gebildet, ob Ameisen vorhanden sind oder nicht.
Die Pflanze hat eine mutualistische Beziehung (beide Seiten profitieren) mit den in ihr wohnenden Ameisen. Die Ameisen beschützen die Pflanze, ihr Nest, und düngen sie in Form von Futterresten, Kot und anderem „Abfall“. In der Pflanze gibt es mehrere unterschiedliche Arten von Kammern. Solche mit glatten Wänden und solche mit warzigen Wänden. Besonders die warzigen Kammern sind speziell dazu angepasst Nährstoffe aufzunehmen. Die Ameisen nutzen die glatten Kammern zum wohnen und die warzigen Kammern als „Mülldeponie“ und versorgen so die Pflanze mit Nährstoffen. Bei einigen besonders spezialisierten Ameisenpflanzen übernehmen die Ameisen sogar die Bestäubung der Blüten und pflanzen die Sämlinge!
Über viele Jahre breiten sich die Kolonien aus Ameisen plus Ameisenpflanzen über einen Baum aus und es gesellen sich auch andere mit Ameisen assoziierte Epiphyten, z.B. Hoya, Dischidia, Lecanopteris und Orchideen dazu. Ein sogenannter „Ameisengarten“ entsteht.
Nicht jede Ameisenpflanze ist in der Natur auch von Ameisen bewohnt. Es gibt sogar zahlreiche Arten, in denen noch nie Ameisen nachgewiesen wurden! Das bedeutet auch, dass keine Ameisenpflanze unbedingt eine Kolonie aus Ameisen braucht um zu überleben oder gut zu wachsen. Alle unserer in Kultur gezogenen Ameisenpflanzen sind selbstverständlich frei von Ameisen! Der Caudex wird auch ohne Ameisen genau so gebildet wie in der Natur.
Du erhältst eine Jungpflanze im 5,5cm Topf (siehe Bild 3 in der Galerie).



















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