Hydnophytum radicans früher als Hydnophytum simplex bekannt (wobei hier die Taxonomie noch nicht endgültig geklärt ist) stammt aus Papua-Neuguinea. Die Art ist weit verbreitet und kommt von der Savanne im Tiefland bis in die Bergregenwäldern auf 1800m ü.N.N. vor. Es handelt sich bei H. radicans wahrscheinlich um einen Artenkomplex aus mehrere, nah verwandten Arten. Dir Art ist sehr robust, wächst schnell und wird groß.
Der Caudex kann bis zu 60 cm im Durchmesser erreichen, der einzelne Zweig bis zu 150 Zentimeter lang werden. Die ledrigen Blätter werden 15 bis 25cm lang und bis zu 10cm breit. Besonders auffällig im Vergleich zu anderen Ameisenpflanzen ist wie glatt der Caudex ist. Hydnophytum simplex hat nur wenige, dafür große Eingangslöcher im Caudex. Diese sind oft dem Substrat zugewandt und deshalb nicht sichtbar.
Die Blüten sind weiß und werden an dichotom verzweigten (manchmal asymmetrischen) Stielen, die sich 1-4 mal verzweigen getragen. An den Enden der Blütenstiele können immer neue Blüten erscheinen und die Stiele werden so mit der Zeit recht lang. Die Beeren sind klein, rund und rot.
Hydnophytum radicans ist eine sehr schnellwüchsige Art. Größere Exemplare können auch problemlos als Zimmerpflanzen gepflegt werden. Jungpflanzen sollten in Terrarien oder Pflanzenvitrinen gepflegt werden bis der Caudex ca. die Größe eines Golfballs hat.
Über Ameisenpflanzen
Hydnophytum sind sogenannte „Ameisenpflanzen“ aus der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae). Sie sind von Südostasien bis Australien und von Papua bis zu den Solomonen weit verbreitet und wachsen meist epiphytisch auf Bäumen. Sie gehören dabei zu den myrmecodomen Ameisenpflanzen, das heißt sie bieten Ameisen ein Nest an. Ihr verdickter Stamm, auch als „Caudex“ bezeichnet, ist von zahlreichen Gängen und Kammern durchzogen, in denen spezialisierte Ameisen wohnen, meist aus der Gattung Philidris. Die Ameisen legen dabei weder die Kammern, noch die Eingänge selbst an. Diese werden allein von der Pflanze gebildet, ob Ameisen vorhanden sind oder nicht.
Die Pflanze hat eine mutualistische Beziehung (beide Seiten profitieren) mit den in ihr wohnenden Ameisen. Die Ameisen beschützen die Pflanze, ihr Nest, und düngen sie in Form von Futterresten, Kot und anderem „Abfall“. In der Pflanze gibt es mehrere unterschiedliche Arten von Kammern. Solche mit glatten Wänden und solche mit warzigen Wänden. Besonders die warzigen Kammern sind speziell dazu angepasst Nährstoffe aufzunehmen. Die Ameisen nutzen die glatten Kammern zum wohnen und die warzigen Kammern als „Mülldeponie“ und versorgen so die Pflanze mit Nährstoffen. Bei einigen besonders spezialisierten Ameisenpflanzen übernehmen die Ameisen sogar die Bestäubung der Blüten und pflanzen die Sämlinge!
Über viele Jahre breiten sich die Kolonien aus Ameisen plus Ameisenpflanzen über einen Baum aus und es gesellen sich auch andere mit Ameisen assoziierte Epiphyten, z.B. Hoya, Dischidia, Lecanopteris und Orchideen dazu. Ein sogenannter „Ameisengarten“ entsteht.
Nicht jede Ameisenpflanze ist in der Natur auch von Ameisen bewohnt. Es gibt sogar zahlreiche Arten, in denen noch nie Ameisen nachgewiesen wurden! Das bedeutet auch, dass keine Ameisenpflanze unbedingt eine Kolonie aus Ameisen braucht um zu überleben oder gut zu wachsen. Alle unserer in Kultur gezogenen Ameisenpflanzen sind selbstverständlich frei von Ameisen! Der Caudex wird auch ohne Ameisen genau so gebildet wie in der Natur.
Du erhältst eine Jungpflanze im 5,5cm Topf (siehe Bild 3 in der Galerie).























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