Anthurium warocqueanum stammt aus einem kleinen Verbreitungsgebiet im Westen von Kolumbien, hauptsächlich in den Departamentos Chocó und Antioquia. Es wächst dort hauptsächlich im Tiefland, auf 0 bis 500m ü.N.N. man findet es aber gelegentlich auch im mittleren Hochland bis ca. 1800m. Es wächst im sogenannten Chocó–Darién Feuchtwald, einem weitgehend unberührten, unzugänglichen Regenwald mit durchschnittlich 4000 bis 9000 mm Niederschlag pro Jahr, was Chocó–Darién zu einem der feuchtesten Orte der Erde macht.
Anthurium warocqueanum wächst meist epiphytisch auf größeren Bäumen, allerdings nicht mehr als 2 bis 4 Meter über dem Boden. Es wächst nicht weit oben in den Baumkronen wie z.B. Orchideen oder Bromelien. Seltener sind Exemplare auch terrestrisch zu finden, dann allerdings an steilen Abhängen, wo die langen Blätter nicht den Boden berühren.
Die Blätter werden etwa 100 bis 120cm lang und 20 bis 40cm breit. Sie werden hängend getragen und sind dunkelgrün bis fast schwarz, mit kontrastreichen, weiß abgesetzten Blattadern. Das Blatt hat eine samtige, matte Erscheinung. Das ist typische für Pflanzen, die an Schwachlicht angepasst sind. Die Zellen der Epidermis haben eine verdickte, gewölbte Cuticula, die wie eine Mirkolinse funktioniert und das schwache, diffuse Licht im Lebensraum der Pflanze auf die Chloroplasten bündelt. Millionen dieser Linsen überziehen die Blattoberseite und geben dem Blatt das typische samtige Aussehen.
Anthurium warocqueanum zeigt eine (für Anthurium) recht hohe intraspezifische Variabilität. Es gibt Exemplare mit eher breiten Blättern, und solche bei denen die Blätter eher schmal sind. Vollständig ausgewachsene Pflanzen bekommen allerdings immer recht breite Blätter. Auch die Ausfärbung der Blätter ist variabel. Einige Exemplare sind eher grün, andere fast schwarz. Hierbei sollte man allerdings anmerken, dass die Farbe des Blattes auch stark von den Umweltbedingungen abhängt, in der die Pflanze wächst. Bei wenig Licht werden die Blätter dunkler.
Anthurium warocqueanum hat ein kletterndes Rhizom mit zahlreichen Adventivwurzeln. Die Blütenstände sind unscheinbar grün, mit grünlich-weißem Spadix und grüner Spatha.
Die Pflanze wurde von dem deutschen Botaniker Gustav Wallis nach Europa gebracht, als er von 1860 bis 1868 fast 1000 neue Pflanzenarten, hauptsächlich Orchideen, aus Mittel- und Südmerika sammelte. Benannt ist Anthurium warocqueanum nach M. Warocqué, einem belgischen Pflanzensammler der um diese Zeit aktiv war (nicht wie viele Sekundärquellen, inklusive Wikipedia, behaupten Arthur Warocqué. Alle Primärquellen sprechen von einem M. Warocqué, selbst die, die auf Wikipedia selbst verlinkt sind…)
Anthurium warocqueanum ist nicht als Zimmerpflanze geeignet. Bitte in einem Terrarium, Growzelt oder Pflanzenvitrine unterbringen!























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